Mehrere iranische Kletterer verhaftet und in Gefahr

Im Zuge der anhaltenden Proteste gegen das iranische Regime sind in der Stadt Shiraz mehrere Kletterer und Outdoorsportler verhaftet worden. Sie werden beschuldigt, einen Bombenanschlag geplant zu haben. Reformfreundliche iranische Medien befürchten, dass sie zu falschen Geständnissen gezwungen wurden und ihnen Scheinprozesse und Hinrichtungen drohen könnten.

Laut Iran Wire sind in der südiranischen Stadt Shiraz in den vergangenen Wochen mehrere Kletterer und Outdoorsportler festgenommen und inhaftiert worden. Einige davon hätten vor ihrer Festnahme Szenen von Protesten in den sozialen Medien veröffentlicht.

Der Snowboard-Instruktorin Dena Shibani, dem Kletterlehrer Seyed Hesam Mousavi, den Bergsteigern Mohammed Kheiveh und Eshragh Najaf Abadi sowie dem Snowboard-Instruktor Amir Arsalan Mahdavi wird vorgeworfen, ein Bombenanschlag geplant zu haben.

Erzwungenes Geständnis?

Vor wenigen Tagen hat die regierungsnahe Nachrichtenagentur Tasnim ein Video mit vermeintlichen Geständnissen der Athletinnen und Athleten ausgestrahlt und damit den Weg geebnet für drakonische Bestrafungen.

Verschiedene Medien, darunter BBC Persian, vermuten, dass die Sportler zu den Geständnissen gezwungen wurden. Die Befürchtung ist gross, dass der Gruppe Scheinprozesse und Hinrichtungen drohen könnten.

Identitäten nicht bestätigt, Ähnlichkeit gegeben

Ob es sich bei den Personen im Video um die festgenommenen Sportlerinnen und Sportler handelt, kann noch nicht definitiv gesagt werden.

BBC Persian schreibt dazu, dass Tasnim nur die Vornamen der Menschen veröffentlicht und ihre Identitäten noch nicht bestätigt habe. «Aber angesichts der Ähnlichkeit dieser fünf Namen mit den fünf in Shiraz festgenommenen Bergsteigern und Felskletterern, scheinen es die Gleichen zu sein.»

Sichtbarkeit schaffen

Viele werden sich fragen, was sie angesichts dieser besorgniserregenden Meldungen aus Iran tun können. Eine Antwort darauf hat eine Informationsquelle von UK Climbing, laut der die Familien der Angeklagten darum bitten, die Aufmerksamkeit der internationalen Medien und Regierungen auf die Situation zu lenken:

«Das Beste, was wir tun können – und auch tun müssen – ist, in die sozialen Medien zu gehen und diese Nachricht zu veröffentlichen. Denn dann werden die Leute sehen, wie das Regime ihre eigenen Athleten, Trainer, Routenbauer und Mitglieder der Nationalmannschaft hinrichten wird.»

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Credits: Titelbild Iran Wire

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