»Überspitzt formuliert sind wir ein bisschen Opfer unseres eigenen Erfolges geworden« so Reinhold Scherer der Leiter Kletterzentrum Innsbruck. Um die beliebte aber überlastete Halle zu entlasten plant der Alpenverein Österreich nun eine zweite Halle in Völs, die schon im Herbst 2026 ihre Türen öffnen soll.
Eine der bekanntesten Hallen der Welt – das KI
Das Kletterzentrum Innsbruck (kurz KI) wurde 2017 eröffnet und wurde schnell zu einer der bekanntesten Kletteranlagen der Welt. Kein Wunder: Mit 5750 ㎡ Kletterfläche, 200 Bouldern und 550 Routen ist das KI ein wirklich beeindruckendes Bundesleistungszentrum. Berühmtheit hat aber auch seine Schattenseiten, denn sowohl Breiten- als auch Spitzensportler wie beispielsweise Olympiamedailliengewinner Jessica Pilz und Jakob Schubert klagen über nahezu chronische Überfüllung und Kapazitätsengpässe.
Aber wieso ist das KI so überfüllt? Andreas Würtele, der zukünftige Leiter der Halle in Völs erklärt es sich nicht nur am Standort Innsbruck, der heimlichen Hauptstadt des Klettersports, sondern auch am Angebot der Halle:
Wo kann man als »Otto-Normal-Kletterer« direkt neben Adam Ondra, Janja Ganbret, Jakob Schubert oder Miho Nonaka klettern?
Andreas Würtele
Neue Anlage für den Breitensport in Völs
Schön während der Corona-Krise begannen Überlegungen bezüglich der Frage wie man das überfüllte KI entlasten könnte. »Es gab in den letzten Jahren des Öfteren vielversprechende Projekte, doch leider zerschlugen sich diese immer wieder – manchmal auch erst kurz vor Vertragsunterzeichnung« so Andreas Würtele, der die neu geplante Anlage über ein Jahr lang konzipiert hat und leiten wird.

Die Halle in Völs wird schon ein bisschen kleiner, da in Innsbruck auch das Landes- und Bundesleistungszentrum untergebracht ist und dadurch zusätzliche Wandflächen zur Verfügung stehen, wie etwa die große Weltcupwand im Freien – Völs wird aber von der Fläche her vermutlich trotzdem zu den Top 3 Hallen in Österreich gehören.
Mit den Partnern in Völs ist es dem Alpenverein nun möglich, das Projekt einer neuen Halle zeitnah zu realisieren und gleichzeitig an ihren hohen Standards festzuhalten. »Uns war wichtig, dass auch hier eine großzügige Breitensport-Kletterhalle entsteht. Eine Anlage, die sowohl über Boulder- als auch Seilkletterflächen verfügen soll und das alles in bekannter KI-Qualität, denn nur so kann das Kletterzentrum in Innsbruck entlastet werden«, sagt Klaus Oberhuber, der Vorstand des Innsbrucker Alpenvereins.

Neben dem Angebot kann die neue Anlage im Westen von Innsbruck auch mit guter Erreichbarkeit punkten, denn diese ist über zwei Seiten direkt ans Innsbrucker Radwegnetz angebunden, mit Öffis sehr gut erreichbar (Bus ÖBB – vorauss. ab 2030 auch mit der Regionalbahn) und auch der Individualverkehr ist man über die Autobahn-Ausfahrt Kranebitten in kürzester Zeit bei der Halle.
Was erwartet Kletternde in Völs?
Wie auch das KI, so wird auch Völs wieder ein »Vollanbieter« sein. Das bedeutet, dass Kletterfans sich auf ein großflächiges Angebot von Seilkletter- und Boulderfläche freuen dürfen. Laut Würtele wird das Verhältnis der beiden Sportarten hier jedoch ausgeglichener sein als in Innsbruck. Der Fokus der neuen Halle soll auf dem Breitensport liegen, jedoch bekommen in Völs auch Nachwuchskletterer vom Alpenverein Innsbruck eine zweite Heimat.
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Credits: Titelbild: Alpenverein Kletterzentrum Innsbruck GmbH

