Stefano Ghisolfi greift Adam Ondras 9c-Route Silence an

Diesen Sommer ist es so weit: Stefano Ghisolfi will im norwegischen Flatanger Silence (9c), die derzeit schwerste Route der Welt, attackieren. Dies verrät der italienische Kletterprofi in seinem jüngsten Videotagebuch.

Anfang September 2017 eröffnete Adam Ondra in Norwegen die erste 9c der Welt und schrieb mit seinem Langzeitprojekt Silence Klettergeschichte. Anders als bei anderen schweren Routen, hielten sich die potenziellen Wiederholenden dezent zurück. Jetzt verkündet kein geringerer als Stefano Ghisolfi, dass er im Sommer nach Flatanger reisen will, um Silence zu probieren. Mit den drei 9b+ Routen Perfecto Mundo, Change und Bibliographie im Gepäck, ist der Italiener sicher ein veritabler Anwärter für eine Wiederholung.

Regelmässige Form-Checks

Wenn es ums Klettern geht, überlässt Stefano Ghisolfi nichts dem Zufall. Unter den wachen Augen seines Coaches Roberto Bagnoli unterzieht sich der Kletterprofi regelmässig physischen Belastungstests. Im Hinblick auf die schwerste Route der Welt, hat Ghisolfi jüngst auch den 9c-Stärke-Test von Magnus Midtbo gemacht. Kleiner Spoiler: Das Ergebnis fielt nicht ganz wie erwartet aus.

Video: Ist Stefano Ghisolfi reif für 9c?

Erlesener Kreis von Anwärtern

Dass bisher noch niemand einen ernsthaften Versuch in Silence gemacht hat, vermag verschiedene Gründe haben. Adam Ondra selbst sagt, dass die Route seinen Vorlieben und seinem Stil entspreche. Dies ist bei anderen potenziellen Anwärtern weniger der Fall. Insbesondere Ondras Beta in der Schlüsselstelle – ein übler Knie-Verdreher – dürfte seine abschreckende Wirkung nicht verfehlt haben. Einzig der britische Riss-Spezialist Pete Whittaker fühlte sich genug inspiriert, um 2020 herauszufinden, ob sich der Riss von Silence auch jammen lässt.

Neben Stefano Ghisolfi zählen Alex Megos, Jakob Schubert, Sébastien Bouin oder auch die Italienerin Laura Rogora zu den Namen, die als mögliche 9c-Anwärterinnen und Anwärter gehandelt werden. Ernsthafte Absichten, in Silence einzusteigen, hat abgesehen von Ghilsofi bisher keiner von ihnen geäussert. Dafür hat gegenüber Lacrux jüngst der Amerikaner Dave Graham verraten, die schwerste Route der Welt gerne einmal probieren zu wollen. Es bleibt spannend.

Das könnte dich interessieren

+++

Credit: Titelbild The North Face

Aktuell

Silvan Schüpbach: Neue, wilde Kletterroute im Berner Oberland

Silvan Schüpbach und Janluca Kostner haben „Untergang der Titanen" (8a) in der Nordwand des Gross Wellhorns erstmals vollständig frei geklettert. Die 600-Meter-Route in den Berner Alpen bleibt über 20 Seillängen konstant schwer.

Eneko und Iker Pou: Erste freie Begehung von „Vicios Ocultos“

Eneko und Iker Pou haben "Vicios Ocultos" (7c, 285 m) am Tiro Pedabejo in den Picos de Europa erstmals frei geklettert und zwar ein Jahr nachdem die baskischen Brüder die sechs Seillängen selbst eröffnet hatten.

Scarpa BLACKBIRD: Carbon-Zwischensohle für die kleinsten Leisten

Sechs Jahre hat Scarpa an ihrem neuen Kletterschuh entwickelt. Das Herzstück ist die erste carbonverstärkte Zwischensohle der Italiener – gebaut für Präzision auf kleinsten Tritten, ohne dass der Schuh brutal eng sitzen muss.

Auch Jenya Kazbekova punktet „Dreamcatcher“ (9a) in Squamish – ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter

Nach Camilla Moroni hat auch Jenya Kazbekova die bekannte Sportkletterroute in British Colombia wiederholt. Für die Ukrainerin ist es ebenfalls die erste 9a – und eine ganz besondere Leistung, nachdem sie vor rund einem Jahr Mutter geworden war.

Silvan Schüpbach: Neue, wilde Kletterroute im Berner Oberland

Silvan Schüpbach und Janluca Kostner haben „Untergang der Titanen" (8a) in der Nordwand des Gross Wellhorns erstmals vollständig frei geklettert. Die 600-Meter-Route in den Berner Alpen bleibt über 20 Seillängen konstant schwer.

Eneko und Iker Pou: Erste freie Begehung von „Vicios Ocultos“

Eneko und Iker Pou haben "Vicios Ocultos" (7c, 285 m) am Tiro Pedabejo in den Picos de Europa erstmals frei geklettert und zwar ein Jahr nachdem die baskischen Brüder die sechs Seillängen selbst eröffnet hatten.

Scarpa BLACKBIRD: Carbon-Zwischensohle für die kleinsten Leisten

Sechs Jahre hat Scarpa an ihrem neuen Kletterschuh entwickelt. Das Herzstück ist die erste carbonverstärkte Zwischensohle der Italiener – gebaut für Präzision auf kleinsten Tritten, ohne dass der Schuh brutal eng sitzen muss.