Am zweiten IFSC World Cup Wochenende in Salt Lake City purzelten die Rekorde: Die Polin Aleksandra Miroslaw unterbot ihren eigenen Weltrekord zum dritten Mal in Folge, der Indonesier Kiromal Katibin verbesserte die schnellste Zeit der Herren zum zweiten Mal innert drei Wochen. Im Bouldern unterstrich Natalia Grossman ihre Dominanz mit dem dritten Weltcup-Gold in Folge. Bei den Herren siegte der Japaner Yoshiyuki Ogata.

Die Schnellsten werden noch schneller, die Starken bleiben stark. So lässt sich das zweite IFSC World Cup Wochenende in Salt Lake City ganz grob zusammenfassen.

Speed: Zwei neue Weltrekorde

Kiromal Katibin übertraf in Salt Lake City seine Bestmarke von 5,17 Sekunden, die er am 6. Mai beim IFSC-Weltcup in Seoul aufgestellt hatte und setzte sich damit an die Spitze der Qualifikationsbewertung. Kurz darauf ereignete sich ein weiterer historischer Moment: Ebenfalls in der Qualifikation kletterte die Polin Aleksandra Miroslaw die Speed-Route in 6,53 Sekunden und stellte damit den dritten Weltrekord in Folge auf.

Bei den Herren sicherte sich zum Schluss Veddriq Leonardo die zweite Weltcup-Goldmedaille der Saison. Er setzte sich im Finale gegen den Österreicher Tobias Plangger durch und unterstrich damit die anhaltende Dominanz der indonesischen Kletterer in der Disziplin Speed.

„Ich habe mich heute grossartig gefühlt. Diese Goldmedaille mit dem Weltrekord meines Teamkollegen zu kombinieren, ist grossartig. Wir haben wieder einmal Geschichte geschrieben!“

Veddriq Leonardo

Platz drei sicherte sich Ludovico Fossali, der italienische Weltmeister aus dem Jahr 2019. Er musste sich bei den beiden vorangegangenen Speed-Weltcups mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben. Am zweiten World Cup in Salt Lake City vermochte er sich im kleinen Finale gegen den Polen Marcin Dzienski durchzusetzen.

Bei den Frauen belegte das polnische Team drei der vier ersten Plätze. Aleksandra Miroslaw erwies sich einmal mehr als unschlagbar und gewann mit der aussergewöhnlichen Zeit von 6,54 das dritte Weltcup-Gold der Saison in Folge.

„Zum Glück ist das Gefühl, in der Qualifikation einen Weltrekord aufzustellen, nicht neu für mich, denn das habe ich auch in Seoul getan. Ich konzentrierte mich einfach auf meine Präzision und versuchte, keine Fehler zu machen, und es hat funktioniert!“

Aleksandra Miroslaw

Emma Hunt aus den vereinigten Staaten wurde zweite. Die Polin Aleksandra Kalucka setzte sich im Rennen um Platz drei gegen ihrer Zwillingsschwester Natalia durch und sicherte sich mit 7,96 Sekunden die Bronzemedaille.

Live-Stream: Speed Finals

USA und Japan dominieren Disziplin Bouldern

Die Amerikanerin Natalia Grossman gewann an der vierten Ausgabe der IFSC Weltcup Serie 2022 in Salt Lake City den Boulder-Wettkampf der Frauen. Es ist bereits die dritte Goldmedaille in Folge für die 20-Jährige, die damit ihre Position an der Spitze der aktuellen Boulder-Weltcup-Rangliste zementiert. Grossman war an diesem Wochenende die einzige Athletin, die alle vier Boulderprobleme lösen konnte.

„Ich wollte ein Back-to-Back schaffen, aber ich war mir nicht sicher. Es gab so viele Punkte, an denen ich in dieser Runde aufgeben wollte. Ich dachte, es wäre nach dem ersten Boulder vorbei, und es war schwer, positiv zu bleiben, aber ich habe es geschafft.“

Natalia Grossman

Zweite wurde die Silbermedaillengewinnerin von Tokio 2020, Miho Nonaka aus Japan. Grossmans enge Freundin und Teamkollegin Brooke Raboutou komplettierte das Podium und holte Bronze mit drei Tops, vier Zonen und nur einem Versuch mehr als Nonaka.

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Eine Klasse für sich: Natalia Grossman gewinnt in Salt Lake City die dritte Weltcup-Goldmedaille in Folge. Bild: Daniel Gajda/IFSC

Das japanische Team sicherte sich bei den Herren die dritte Goldmedaille. Nachdem Tomoa Narasaki und Kokoro Fujii in Meiringen bzw. Seoul Gold gewonnen hatten, stand Yoshiyuki Ogata in Salt Lake City auf der obersten Stufe des Podiums und holte das dritte Weltcup-Gold seiner Karriere.

„In diesem Jahr wurde ich beim ersten Weltcup Zweiter, dann wieder Dritter in Seoul und letzte Woche Zweiter hier. Ich habe davon geträumt, ganz oben auf dem Podium zu stehen, und ich bin sehr glücklich, dass es endlich passiert ist!“

Yoshiyuki Ogata

Ogata setzte sich dank einer besseren Platzierung im Halbfinale vor dem Slowenen Anze Peharc durch, da beide Kletterer das Finale mit vier Tops, vier Zonen und der exakt gleichen Anzahl an Top- und Zonenversuchen abschlossen. Kokoro Fujii vervollständigte das Podium als Dritter und holte Bronze.

Live-Stream: Boulder Finals

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Credits: Titelbild Daniel Gajda/IFSC

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