Frigo-Combo (450m, M7/6a): Schüpbach und Von Känel’s jüngstes Abenteuer

Die Nordwestwand der Douves Blanches ist eine weitgehend unbekannte, aber beeindruckende Wand im Val d’Arolla. Silvan Schüpbach und Peter Von Känel konnten vor einer Woche eine -zumindest teilweise – neue Route durch die etwa 400 Meter hohe Wand klettern. Ihre Tour taufen die Alpinisten Frigo-Combo.

«Die Wand hatte ich schon seit einiger Zeit im Kopf, aber weil sie so steil und schwer aussieht, dachte ich eher an eine Begehung im Sommer», erzählt der Schweizer Profialpinist Silvan Schüpbach. Da er mit dem Bergführer Peter von Känel aber einen starken Partner zur Seite hatte und die Bedingungen in der Region Arolla am Besten schienen, wagten sie trotz winterlichen Verhältnissen einen Versuch.

Video: Silvan Schüpbach und Peter von Känel in der Douves Blanches-Nordwestwand

«Einige geniale Drytooling-Passagen»

Frühmorgens am 11. November standen die beiden Alpinisten auf und sahen im ersten Tageslicht die Wand zum ersten Mal aus der Nähe. Schnell seien sie sich über die Linie einig und eingestiegen, so Schüpbach.

«Der untere Wandteil bietet schöne Risse auf sehr plattigem Fels sowie einige Schnee- und Eisfelder.»

Silvan Schüpbach
Silvan Schüpbach in der Nordwestwand der Douves Blanches. Bild: Peter von Känel
Silvan Schüpbach in der Nordwestwand der Douves Blanches. Bild: Peter von Känel

Einfach war die Kletterei nie und so kamen sie nur langsam voran. «Im oberen Wandteil wurde es richtig steil und wir kletterten einige geniale Drytool- Passagen», schwärmt Silvan Schüpbach. Dafür wechselte die Felsqualität, je höher sie kamen, je mehr ins brüchige. «Die letzten zwei Seillängen bestanden aus zusammengeschachtelten Blöcken unterschiedlicher Grösse.»

Peter von Känel bei der Erstbegehung von Frigo-Combo (450m, M7/6a). Bild: Silvan Schüpbach.
Peter von Känel bei der Erstbegehung von Frigo-Combo (450m, M7/6a). Bild: Silvan Schüpbach

Spuren früherer Versuche

Die Risiken im obersten Wandteil seien nicht zu unterschätzen. Nichtsdestotrotz hat das Duo einige Schlaghaken gefunden – es haben sich also schon andere Bergsteiger in diesen wenig schmeichelhaften Wandteil gewagt.

«Einige Schlaghaken bestätigten: Es haben sich also schon andere Bergsteiger in diesen wenig schmeichelhaften Wandteil gewagt.»

Silvan Schüpbach
Frigo-Combo wartet mit Schwierigkeiten bis M7/6a auf potenzielle Wiederholer. Bild: Peter von Känel
Frigo-Combo wartet mit Schwierigkeiten bis M7/6a auf potenzielle Wiederholer. Bild: Peter von Känel

In der Dämmerung erreichten Peter von Känel und Silvan Schüpbach den Grat. Im Lichte ihrer Stirnlampen seilten sie an improvisierten Ständen über die Wand ab. «Nach 17 Stunden waren wir wieder im Tal und konnten uns über ein weiteres, tolles Abenteuer freuen.»

Den Routenname Frigo-Combo erklären die Beiden ziemlich pragmatisch: Kombo, weil wir zumindest teilweise auf einer bestehenden Route unterwegs waren und Kühlschrank, weil dies der Durchschnittsgrösse der Felsblöcke im oberen Wandteil entspricht.“

Routenverlaufe von Frigo-Combo (450m, m7/6a) in der Douves Blanches NWW

Silvan-Schüpbach-erstbegehung-Douves-Blanches
Routenverlauf der von Peter von Känel und Silvan Schüpbach eröffneten Linie Frigo-Combo.

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Credits: Titelbild Silvan Schüpbach

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