Angy Eiter: Erstbegehung der 9b Kletterroute Madame Ching

Eine extrem steile, stark überhängend und fünfzig Meter lang: Der Tiroler Sportkletterin Angela „Angy“ Eiter ist eine äusserst anspruchsvolle Erstbegehung in ihrer Tiroler Heimat gelungen. Der Kurzfilm „Erste Sein“ dokumentiert mit eindrucksvollen Bildern ihren wochenlangen Kampf mit der 9b-Route, die sie „Madame Ching“ getauft hat.

Die Route im Tiroler Oberland zeigte keinerlei Spuren anderer Kletterer. Wie bei einem schwierigen Puzzle musste sie Schritt für Schritt vorgehen, die richtigen Leisten und Tritte finden sowie die passenden Bewegungen einstudieren, bevor sie mit ernsthaften Durchstiegsversuchen beginnen konnte.

Ich musste erst den Dreck vom Felsen und den abgebrochenen Griffen entfernen

Angy Eiter
Angy Eiter bei der Erstbegehung von Madame Ching. Bild Red Bull Content Pool / eyesprint

2017 schrieb Angy Klettergeschichte: Sie kletterte als erste Frau 9b

Vor drei Jahren gelang Angy Eiter mit La Planta de Shiva in Spanien als erste Frau eine Route mit dem Schwierigkeitsgrad 9b (Interview mit Angy Eiter). Für dieses Jahr suchte sich die Tirolerin etwas Ähnliches.

Gesagt, getan. Die von Angy ausgewählte Route bezeichnet sie als „sehr unbarmherzig“. Die Inspiration stammte von ihrem Mann Bernie Ruech, der die Linie im Frühling 2018 eingebohrt hatte.

Der Fels war so fragil, dass er manche Haken festkleben musste.

Angela Eiter

Besonders schwierige Probleme stellten sich ihr gleich bei einem Sprung im unteren Bereich, dann in der Mitte bei der Schlüsselstelle und schließlich kurz vor der Dachkante bei einem Schulterzug. Alleine für diese eine Bewegung trainierte sie in der Kletterhalle gezielt die Muskulatur in ihrer linken Schulter – und richtete auch in anderen Bereichen ihr Training genau auf diese Route hin aus.

Den Schwerpunkt setzte sie auf Fingerkraft, die bei diesem Projekt entscheidend war.

Extrem steil, extrem lang: Angy Eiter in der Route Madame Ching. (Bild Red Bull Content Pool / eyesprint

Ich bin anfangs immer wieder an der Route gescheitert

Angela Eiter

Fast jeder Zug missglückte zu Beginn, was sie mental verunsicherte. Aber herauszufinden, wie die einzelnen Sequenzen geklettert werden müssen und wo die Griffe sind, gab der 34-Jährigen den Ansporn beim Erstbegehen der Route. Ihre Hartnäckigkeit zahlt sich aus – im entscheidenden Moment kann sie die wochenlang eingeübten Bewegungen umsetzen.

Von der Schwierigkeit her schätzt sie die Route ähnlich schwierig ein wie La Planta de Shiva, also 9b. Antsoss zur Namensgebung gab ihr eine chinesische Piratin aus dem frühen 19. Jahrhundert.

Madame Ching hat mit starken Nationen gekämpft – und ich kämpfe mit schweren Zügen!

Angy Eiter

Film Erste Sein über die Erstbegehung von Madame Ching durch Angy Eiter

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Credits: Bildmaterial Red Bull Content Pool / eyesprint

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