Arme richtig schütteln am Ruhepunkt beim Klettern | 7 Tipps

Jede Kletterin und jeder Kletterer weiss, dass man Ruhepunkte zum Schütteln der Arme nutzen sollte. Doch wie schüttelt man richtig? Wir zeigen dir sieben Punkte, die du beim Schütteln berücksichtigen solltest.

Wer über eine längere Strecke über einem gewissen Schwellenwert der maximalen Kapazität klettert, beeinträchtigt den Blutfluss in den Unterarmen. Bei rund 50% der maximalen Kapazität ist der Blutfluss gar komplett unterbunden. In dieser Situation wird weder Sauerstoff in die Unterarme transportiert, noch Laktat und andere Stoffwechselprodukte abtransportiert.

Dank der richtigen Technik holst du mehr aus der Ruheposition raus. (Bild Dimitri Tosidis/IFSC)
Dank der richtigen Technik holst du mehr aus der Ruheposition raus. (Bild Dimitri Tosidis/IFSC)

Wer zu lange in diesem Zustand klettert, kriegt gepumpte Unterarme. Glücklicherweise gibt es in vielen Kletterrouten Ruhepunkte, an denen man die Unterarme schütteln und damit die Zirkulation wieder ermöglich und anregen kann. Beim Schütteln kommt es aber auf die richtige Technik drauf an. Ein Punkt, der oft vergessen wird: Halte den Arm beim Schütteln nicht nur nach unten, sondern auch nach oben!

Wie schüttle ich richtig beim Klettern?

  1. Versuche bei Ankunft am Ruhepunkt bewusst deine Atmung zu verlangsamen und dich zu entspannen.
  2. Der Arm, der sich festhält, sollte wenn möglich gestreckt sein.
  3. Wechsle in kurzen Abständen von 5-10 Sekunden den Arm, den du schüttelst. Ansonsten läuft der Arm, der gerade nicht geschüttelt wird, wieder zu.
  4. Halte den Arm, den du schüttelst, abwechslungsweise auch nach oben beim Schütteln. Die Schwerkraft unterstützt dabei den Abtransport der Stoffwechselprodukte.
  5. Versuche dich beim Schütteln möglichst mit dem kleinen Finger, dem Ringfinger und minimal mit dem Mittelfinger zu halten. Dies entlastet den Zeige- und Mittelfinger.
  6. Wenn du den Arm wechselst, lohnt es sich oft auch die Trittposition zu wechseln, damit der Schwerpunkt so nah wie möglich am Fels liegt.
  7. Bevor du weiterkletterst, erhöhst du wieder die Atemfrequenz. Ebenfalls nützlich – wenn auch nicht jedermanns Sache: Schreie und Brülle bevor du loskletterst, um in den «Kampf-Modus» zu gelangen.

Viel Erfolg beim Durchstieg!

Das könnte dich interessieren

Nichts verpassen – Newsletter erhalten

* indicates required
Interessen

+++
Credits: Titelbild Jan Virt/IFSC

Aktuell

„King Kang“ (9b+): Jules Marchaland knackt Ondras Dyno-Projekt

Der französische Kletterer Jules Marchaland hat in der Hanshelleren-Höhle bei Flatanger das alte Ondra Projekt „King Kang“ erstbegangen. Für die dynamische Linie schlägt der 25-Jährige eine Bewertung von 9b+ vor.

„WoGü“ im Rätikon: Zangerl und Larcher jeweils im ersten Versuch

Babsi Zangerl und Jacopo Larcher haben im Rätikon „WoGü" (8c) frei geklettert – an zwei aufeinanderfolgenden Tagen und jeweils im ersten Durchstiegsversuch. Barbara Zangerl verbucht hiermit außerdem die erste Frauenbegehung der Route.

Giovanni Placci: Vier 9a an vier aufeinanderfolgenden Tagen

Der italienische Kletterer Giovanni Placci hat Mitte September an vier aufeinanderfolgenden Tagen vier verschiedene 9a-Routen geklettert: drei im Piemonteser Gebiet La Stazione, eine in Albenga. Einen Flash verpasste er erst im letzten Zug.

European Outdoor Film Tour 2026/27 | Alle Filme & Termine zum Start am 12. Oktober

Die European Outdoor Film Tour kehrt zu ihrem 25. Jubiläum mit einem brandneuen Filmprogramm zurück. Premiere ist am 12. Oktober im Deutschen Theater in München – danach sind wieder viele Stopps in ganz Europa geplant. Alle Filme und Termine im Überblick.

„King Kang“ (9b+): Jules Marchaland knackt Ondras Dyno-Projekt

Der französische Kletterer Jules Marchaland hat in der Hanshelleren-Höhle bei Flatanger das alte Ondra Projekt „King Kang“ erstbegangen. Für die dynamische Linie schlägt der 25-Jährige eine Bewertung von 9b+ vor.

„WoGü“ im Rätikon: Zangerl und Larcher jeweils im ersten Versuch

Babsi Zangerl und Jacopo Larcher haben im Rätikon „WoGü" (8c) frei geklettert – an zwei aufeinanderfolgenden Tagen und jeweils im ersten Durchstiegsversuch. Barbara Zangerl verbucht hiermit außerdem die erste Frauenbegehung der Route.

Giovanni Placci: Vier 9a an vier aufeinanderfolgenden Tagen

Der italienische Kletterer Giovanni Placci hat Mitte September an vier aufeinanderfolgenden Tagen vier verschiedene 9a-Routen geklettert: drei im Piemonteser Gebiet La Stazione, eine in Albenga. Einen Flash verpasste er erst im letzten Zug.

1 Kommentar

  1. Vielen Dank,
    Schöne Sammlung.

    Bei Punkt 7 kollidiert meiner Meinung nach allerdings der Umweltschutz mit dem Sport und Leistungsgedanken.

    Lärm ist auch eine Art der Umwelt zu schaden, anderen Menschen und auch Tieren.
    Mag es in der Kletterhalle OK sein, ist es am Fels mitunter schon befremdlich und oft auch störend, wenn „Nachwuchs-Ondras“ bei jedem Zug laut schreien oder Brüllen.

    Natürlich gehört es zum schweren Klettern dazu, sich nach einem Ruhepunkt wieder zu fokussieren. Und ich finde auch, dass es dabei helfen kann ein Geräusch zu machen. Ich würde dazu aber eher einen Begriff wie „geräuschvolles Ausatmen oder die Wand anknurren“ wählen…

    Um gerade das Thema Schreien am Fels weiterzuführen:
    Natürlich gehören Emotionen zum Sport, auch zum Klettern. Natürlich passiert es, das aus Ärger über einen Sturz oder auch wegen der Freude über einen Durchstieg jemand schreit. Manchmal jedoch wirkt es bei Menschen sehr ritualisiert oder sehr den Idolen nachgemacht, dass man durchaus überdenken kann, ob jeder Schrei hat sein müssen.
    Harte Züge erzeugen manchmal automatisch ein lautes Geräusch oder es hilft laut auszuatmen. Doch klettern die meisten von uns in Routen, in denen nicht jeder Zug am Limit ist…

    Geräusche und eine gewisse Lautstärke gehören zu Ansammlungen von Menschen dazu; Anfeuern zum Sporttreiben. Ich bin aber der Meinung, auch im Sinne der Akzeptanz des Kletterns in der Natur seitens Naturschützern, Wanderern, anderen Kletterern und Behörden, dass wir Kletterer schon bemüht sein sollten unnötige Lautstärke zu vermeiden. Wir sind hier genauso gefordert Rücksicht auf andere Interessen zu nehmen, wie auch beim Parken am Fels oder das übernachten mit unseren Campern…

    Vielleicht gehören diese Gedanken nicht als Kommentar unter einen Artikel, wie man am besten in Routen die Arme schüttelt, doch rief der Artikel in mir Bilder hervor von noch mehr Leuten die „schreien und brüllen“ am Fels…

    Ich lese gerne auf eurer Seite, macht weiter so, liebe Grüße

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein