Fabian Buhl im Interview über die Erstbegehung der Route Déja im Rätikon

Am 27. November 2019 gelang dem deutschen Profialpinisten Fabian Buhl die Erstbegehung der schweren Mehrseillängentour Déja (8c+, 10SL) im Rätikon. Wir haben mit Fabi über die Erstbegehung gesprochen. Details zur Route und ein Kurzfilm über die Erstbegehung gibt es hier.

Ein Interview mit Fabian Buhl

Wie bist du auf die Route Déja aufmerksam geworden und weshalb hast du dich entschieden, so viel Zeit in die Route zu investieren?
Beat Kammerlander und Michi Wyser haben mir den Tipp gegeben. Anfangs war ich nicht sicher ob es überhaupt geht und eigentlich mag ich lieber schlecht abgesicherte Routen. Aber bei Déjà hat mich wirklich die reine Schwierigkeit gereizt. Ich habe noch nie so lange an einen Boulder in einer Mehrseillängenroute arbeiten müssen.

„Bei Déjà hat mich die reine Schwierigkeit gereizt.“

Fabi Buhl

Was bedeutet das Rätikon für dich?
Ich bin so gern da oben, dort hab ich mit Alpinklettern angefangen und seitdem liebe ich diese wundervolle Alpenregion. Natürlich ist der Fels auch vom Feinsten was es gibt, vor allem in Déjà  ist er wirklich hervorragend.

„Nur bei Kälte konnte ich die Züge solide klettern.“

Fabi Buhl

Was war schlussendlich der Schlüssel zum Erfolg/Durchstieg von Déja?
Hartnäckigkeit, minuziöses Vorbereiten und Austüfteln, sowie die Unterstützung von Freunden. Der wirkliche Schlüssel zum Erfolg war dann, die Route bei Kälte zu probieren, weil nur dann konnte ich die Züge solide klettern.

Nicht die gemütlichsten Bedingungen für eine Mehrseillängentour. (Bild Melissa Le Nevé)

Du hast im Winter 2018/19 viel Zeit in den Bouldergebieten des Tessins verbracht. War das eine Art Training für Déja?
Ja, als ich Iur (8b+) gemacht habe, war ich recht fit. Aber danach war ich einige Zeit in Chamonix und in Peru auf Expedition, also war sicher jegliche Fitness wieder voll weg. Bei mir hängt das stark von den Expeditionen ab.

Fabi bei der Begehung des Boulders Iur in Cresciano

Warum denkst du hat es so lange gedauert, bis Déja frei geklettert wurde?
Es haben sich einige starke Kletterer daran probiert. Ich glaube es ist einfach diese kompromisslose Art der Kletterei, so speziell und technisch, man muss schon bereit sein, viel Zeit zu investieren. Auch für die weiteren Längen. Geschenkt wird einem nichts im Rätikon und bei Déjà  erst recht nicht.

Hast du bereits ein nächstes Mehrseillängenprojekt ins Auge gefasst?
Über Projekte sprechen ich ungern. Momentan bin ich in Patagonien und wenn ich zu Hause bin und Motivation verspüre, dann widme ich mich einem Projekt. Ideen gibt es im Klettern und Alpinismus überall.

Wie wäre es mit Kampfzone von Beat?
Vielleicht oder eines meiner Erstbegehungsprojekte. Mol Luaga.

Merci für das Gespräch, Fabi!

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Credits: Titelbild Fabian Buhl

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