Seb Berthe und Hugo Parmentier haben in der Verdonschlucht ein neues Mega-Link-Up angegangen. Das Ziel: Innerhalb von 24 Stunden fünf der härtesten Mehrseillängenrouten des weltbekannten Klettergebiets aneinanderzureihen.
1500 Klettermeter, 50 Seillängen – 9 davon im achten, 25 im siebten Franzosengrat und dazu zahlreiche tricky 6c/+ Seillängen. So lautet das jüngste Abenteuer von Seb Berthe und Hugo Parmentier in der Verdonschlucht in Zahlen ausgedrückt.
Anfang dieses Sommers hat sich das starke Duo einer neuen ultimativen Herausforderung gestellt, die sie an ihr absolutes Limit bringen würde: 5 Verdon-Klassiker innerhalb von 24 Stunden zu klettern.
VAUTOUR: Verdon Abrasive Ultimate Tour
Auf der Speisekarte der beiden Profikletterer standen fünf der härtesten Mehrseillängenrouten in Verdon: El Topo (8a, 300m), Le Pornographe (8a, 350m), Jolie Fleur (8b, 250m), Dame Cookie (8a+, 200m) und Mingus (8a, 300m.)
Die erste Herausforderung sei es gewesen, die geeignete Reihenfolge für das Link-Up festzulegen, erzählt Hugo Parmentier. «Wir mussten planen, möglichst im Schatten zu klettern, entscheiden, welche Routen wir nachts klettern wollten, die Art der Anstrengung, die jede Route erforderte, berücksichtigen und uns Gedanken über unsere körperliche Verfassung in den schwierigeren Seillängen machen.»
Es war ein komplettes Mysterium, denn wir hatten noch nie eine solch gigantische Herausforderung gemacht oder uns auch nur vorgestellt.
Hugo Parmentier
Homebase im Campervan
Der in L’Escales geparkte Van der beiden war während des Projektes Zuhause und Basislager zugleich. «Wir hatten alles bereit: Mahlzeiten, Wasserflaschen, Schuhe und Kleidung für jede Route», erzählt Parmentier.
Die kletterspezifische Vorbereitung sei ziemlich kurz ausgefallen. Das Duo probierte die fünf Routen aus, versuchte die Züge auswendig zu lernen, erarbeitete die Strategie für den grossen Tag und versuchte gleichzeitig, möglichst viel auszuruhen.
«Zweifellos unser grösstes Ausdauerprojekt»
Am achten Tag nach ihrer Ankunft fiel mitten in der Nacht der Startschuss zur VAUTOUR. «Es war ein denkwürdiger, intensiver und epischer Push», resümiert Parmentier.
In 19 Stunden schafften wir die ersten vier Routen, die Letzte konnten wir wegen der extremen Erschöpfung aber nicht innerhalb der gesetzten Zeit beenden.
Hugo Parmentier
«Die VAUTOUR war zweifellos eines der grössten Ausdauerprojekte, die wir je realisiert haben, und wahrscheinlich das grösste, das jemals in Verdon versucht wurde.»
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Credits: Titelbild und Videos Solidream, Jean-Elie Lugon, Julia Cassou

