Dani Arnold erhält Paul-Preuss-Preis 2024

Der Schweizer Extrembergsteiger Dani Arnold ist der zwölfte Träger des Paul-Preuss-Preises zur Erinnerung an den großen Freikletterer Paul Preuss aus Altaussee im steirischen Salzkammergut. Damit reiht er sich ein in die Liste großartiger Bergsteiger wie Reinhold Messner, Alexander und Thomas Huber oder Catherine Destivelle.

Die Jury der veranstaltenden Internationalen Paul-Preuss-Gesellschaft (IPPG) hatte sich für den Schweizer Dani Arnold entschieden, womit sie die alpinen Leistungen des 40-jährigen im Sinne der Philosophie des Dr. Paul Preuss (1886-1913) würdigt.

Der große österreichische Kletterer war der damals wohl bekannteste Vertreter des Freikletterns, der streng danach handelte, dass man nur solche Wände klettern sollte, denen man sich ohne Hilfsmittel gewachsen fühlt. «Das Können ist des Dürfens Maß» war seine Maxime, für die auch Dani Arnold mit seinen alpinistischen Leistungen steht.

Grenzen des Machbaren immer wieder verschoben

Dani Arnold, aufgewachsen in der Urner Bergsiedlung Biel oberhalb von Bürglen im Schächental, begann mit etwa 20 Jahren mit dem Free-Solo-Eisklettern und machte danach vor allem durch seine Speed-Klettereien eine breite Öffentlichkeit auf sich aufmerksam.

So hält er die Speed-Rekorde Free Solo aller sechs großen Nordwände der Alpen: Eiger, Matterhorn, Grandes Jorasses, Petit Dru, Pizzo Badile und Große Zinne; so durchstieg er 2011 beispielsweise die Eiger-Nordwand in 2:28 Stunden.

Weitere alpinistische Höhepunkte von Dani Arnold sind die erste Winterbesteigung des Torre Egger in Patagonien mit Thomas Senf und Stephan Siegrist, die erste Begehung der zentralen Headwall an der Ostwand des Mooses Tooth in Alaska Bird of Pray, die Free-Solo-Begehung des Carlesso (VIII-) an der Südwand des Torre Trieste in 68 Minuten, der Eisroute Betablocker Super (WI 7), die Erstbegehung der Schweizer Nase (VIII/A4) an der Nordwand des Matterhorns und die erste Wiederholung der Anubis, einer Mixed-Route in Schottland.

Preisverleihung am 28. September

Der Preis wird Dani Arnold am Samstag, den 28. September 2024 am Helm bei Sexten verliehen, und zwar im Panoramasaal, dem großartigen neuen Projekt von Reinhold Messner. Dieser begeht wenige Tage zuvor seinen runden Geburtstag. Dabei wird er einen Vortrag über traditionellen Alpinismus halten.

«Bei den Begehungen von Dani Arnold steht nicht das ‚was‘, sondern das ‚wie‘ im Vordergrund», sagt Alexander Huber, Freund und Seilpartner großer Unternehmungen; der Paul-Preuss-Preisträger 2017 wird auch die Laudatio halten.

Paul Preuss Preis: Die bisherigen Preisträger

  • 2013: Reinhold Messner
  • 2014: Hanspeter Eisendle
  • 2015: Albert Precht
  • 2016: Hansjörg Auer
  • 2017: Alexander Huber
  • 2018: Beat Kammerlander
  • 2019: Bernd Arnold
  • 2020: Heinz Mariacher
  • 2021: Catherine Destivelle
  • 2022: Thomas Huber
  • 2023: Marko Prezelj
  • 2024: Dani Arnold

Das könnte dich interessieren

+++

Credits: Titelbild Matthias Lüscher, Text Internationalen Paul-Preuss-Gesellschaft (IPPG)

Aktuell

Neue Sohle statt neuer Schuh: der Zeitpunkt zum Resolen

Der richtige Zeitpunkt, um Kletterschuhe neu besohlen zu lassen, liegt früher als gedacht: bei rund einem Millimeter Restsohle. Ausmessen tut das ehrlich niemand, aber woher weiß ich dann, wann ich meinen Schuh lieber mal abgeben sollte und wo geht das überhaupt?

Bergwetter richtig lesen: Diese Planungstipps & Warnzeichen solltest du kennen

Mit der Wetterlage am Berg steht und fällt jede Tour. Wir zeigen dir, worauf es bei der Planung von Bergtouren ankommt, um gefährliche Situationen durch Wetterstürze oder Gewitter zu vermeiden, und wie du dich im Ernstfall richtig verhältst.

Rätikon: Babsi Zangerl & Jacopo Larcher wiederholen „Déjà“ (8c+) – schwerste Multipitch-Begehung einer Frau

Mit ihrer freien Begehung von "Déjà" an der Kirchlispitzen-Südwand haken die Österreicherin und der Italiener ihr bisher härtestes Projekt im Rätikon ab. Es ist das erste Mal, dass die Linie überhaupt wiederholt wurde – und wohl das erste Mal, dass eine Frau eine Mehrseillängenroute im Schwierigkeitsgrad 8c+ geklettert ist.

Erste 9a+ für Leo Cea (13): „No Pain No Gain“ in Rodellar

Eine 9a+ zu klettern war Leo Ceas klares Ziel für 2026. Das Jahr ist noch lange nicht vorbei, aber das Vorhaben schon geglückt: Am 2. September gelang dem 13-jährigen Deutsch-Chilenen mit "No Pain No Gain" in Rodellar ein echtes Ausdauer-Brett.

Neue Sohle statt neuer Schuh: der Zeitpunkt zum Resolen

Der richtige Zeitpunkt, um Kletterschuhe neu besohlen zu lassen, liegt früher als gedacht: bei rund einem Millimeter Restsohle. Ausmessen tut das ehrlich niemand, aber woher weiß ich dann, wann ich meinen Schuh lieber mal abgeben sollte und wo geht das überhaupt?

Bergwetter richtig lesen: Diese Planungstipps & Warnzeichen solltest du kennen

Mit der Wetterlage am Berg steht und fällt jede Tour. Wir zeigen dir, worauf es bei der Planung von Bergtouren ankommt, um gefährliche Situationen durch Wetterstürze oder Gewitter zu vermeiden, und wie du dich im Ernstfall richtig verhältst.

Rätikon: Babsi Zangerl & Jacopo Larcher wiederholen „Déjà“ (8c+) – schwerste Multipitch-Begehung einer Frau

Mit ihrer freien Begehung von "Déjà" an der Kirchlispitzen-Südwand haken die Österreicherin und der Italiener ihr bisher härtestes Projekt im Rätikon ab. Es ist das erste Mal, dass die Linie überhaupt wiederholt wurde – und wohl das erste Mal, dass eine Frau eine Mehrseillängenroute im Schwierigkeitsgrad 8c+ geklettert ist.