Am Samstagabend endete die Weltcupsaison 2025 mit einem spannenden Finale. Beim Lead-Weltcup in Koper holten sich Janja Garnbret und Sorato Anraku zum dritten Mal in Folge die Goldmedaille.
So viele Größen des Sports gab es schon eine Weile nicht mehr auf einmal zu sehen: Beim IFSC Lead-Weltcup in Koper trafen Kletterlegenden wie Adam Ondra, Jakob Schubert, Janja Garnbret oder Jain Kim aufeinander. Wie schon in den Jahren 2023 und 2024 setzten sich Garnbret und Sorato Anraku in den herausfordernden Finalrouten gegen die Konkurrenz durch.
Kopf-an-Kopf-Rennen bis ins Finale
Schon vor dem Finale lieferten sich Lokalfavoritin Janja Garnbret und Südkoreas Chaehyun Seo ein spannendes Duell. Beide toppten als einzige Athletinnen die zwei Qualifikationsrouten, beide zogen mit der gleichen Wertung ins Finale ein. Mit Laura Rogora und Erin McNeice kletterten sich zwei weitere Lead-Goldmedaillistinnen in die Finalrunde, ergänzt durch Belgiens Heloïse Doumont mit ihrem dritten Final-Auftritt der Saison.
Bei den Herren gab es in der Qualifikation insgesamt mehr Tops. Sorato Anraku, Toby Roberts, Jakob Schubert und Satone Yoshida kletterten jeweils beide Qualifikationsrouten. Alle vier Athleten zogen später ins Finale ein – Anraku und Roberts knapp hintereinander auf den ersten beiden Plätzen. Schubert startete auf Platz 5 und Ondra als Achtplatzierter vor Yannick Flohé, der so knapp das letzte Weltcup-Finale der Saison verpasste. Alberto Ginés López und Neo Suzuki ergänzten das Feld. Die Überraschung des Abends: Indonesiens Putra Tri Ramadani, der sich auf Platz 4 sein erstes Weltcup-Finale sicherte.

Vier slowenische Finalistinnen vor Heimpublikum
Neben Garnbret kletterten sich auch Rosa Rekar, Lucija Tarkus und Lucka Rakovec ins Finale der Damen, das somit zur Hälfte aus slowenischen Athletinnen bestand. Für Rakovec, die zuletzt aufgrund einer Krebserkrankung länger pausierte, war der Finaleinzug ein sichtlicher Triumph – und die Unterstützung durch das Heimpublikum in Koper deutlich spürbar.
Ich bin froh, dass ich wieder stark klettern kann. Die Route im Halbfinale war sehr fordernd, aber ich wusste, ich kann es schaffen.
Lucka Rakovec

Anders als in der Halbfinalroute kletterte Garnbret im Finale an der gesamten Konkurrenz vorbei. Als einzige drang sie in die letzte Sequenz der sichtlich schweren Finalroute vor. «Das Routenbau-Team hatte auf jeden Fall Janjas aktuelles Level im Kopf», bemerkte auch IFSC-Kommentator Matt Groom. Beim Sprung zum Top rutschte der Fuß, aber Garnbret platzierte sich trotzdem eindrucksvoll vor dem restlichen Feld. Es ist ihr 31. Gold in einem Lead-Weltcup. Silber holte Chaeyun Seo, Bronze Laura Rogora.
Anraku schlägt zwei Olympiasieger in Koper
Bei den Herren setzte sich einmal Sorato Anraku durch – wie schon in Wujiang und Chamonix. Der 18-jährige Japaner machte es spannend bis zum Schluss, schlug aber schließlich knapp den Highpoint des Spaniers Ginés López. Anraku teilte sich sein neuntes Podium der Saison mit einem weiteren Olympiasieger, Toby Roberts.
Auch die Finalroute der Herren wurde nicht getoppt. Dafür sorgten ein früher Sturz von Japans Neo Suzuki und ein unglücklicher Fußrutscher von Adam Ondra für sichtliche Frustration bei den beiden Athleten. Jakob Schubert kletterte beim ersten Auftritt seit seiner langwierigen Fingerverletzung auf einen soliden Platz 5.

Das sind die Gesamtsieger im Lead-Weltcup 2025
Den Gesamttitel im Lead für 2025 sicherte sich Alberto Ginés López. Bei den Damen platzierte sich Erin McNeice als Saison-Siegerin vor Chaehyun Seo und Laura Rogora. Garnbret, die dieses Jahr nur an zwei Weltcups teilnahm, verblieb dadurch auf Platz 7. Auch Deutschlands Yannick Flohé geht mit einem siebten Platz im Gesamtranking aus der Saison.
Seoul: World Championships ab 20. September
Ein letztes Mal trifft die internationale Kletter-Elite dieses Jahr noch einmal aufeinander: bei den World Championships in Seoul. Vom 20. bis 28. September werden dort die Disziplinen Boulder, Lead, Speed und Paraclimbing ausgerichtet. Alle Infos zum Event findet ihr zeitnah hier bei uns.
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Credits Titelbild: Emiliano Villani/IFSC

