Alexander Megos klettert Tessin-Klassiker Dreamtime und The Story of two Worlds

Der deutsche Spitzenkletterer Alex Megos war auf Spitvisite im Süden der Schweiz und verkündet die Begehung zweier klassischer Boulder: Dreamtime und The Story of two Worlds (8c). Zudem wirft er Fragen zur Kletterethik auf.

Er war lange auf seiner To-Do-Liste, der wohl berühmteste Boulder der Welt: Dreamtime in Cresciano. Erstbegangen von der Schweizer Boulderlegende Fred Nicole war Dreamtime der erste 8c-Boulder der Welt und zog in den Folgejahren unzählige Kletterprofis ins Tessin.

Dieser Boulder war definitiv auf meiner To-Do-Liste: Dreamtime!


Alexander Megos

Nach sechs Jahren Tessin-Abstinenz kehrte Alexander Megos zurück zu den beliebten Granit-Blöcken in der Sonnenstube der Schweiz und nutzte die tiefen Temperaturen im Dezember aus. Nach lediglich zwei Tagen des Projektierens knackte Alex den Ultraklassiker des Gebiets.

Alexander Megos bei der Begehung des Boulders The Story of two Worlds (8c). Bild Alise

Zweite Station: The Story of two Worlds

Auf der anderen Seite des Boulderblocks befindet sich eine zweite Linie, die Alexander Megos in Angriff nahm. The Story of two Worlds wurde vom Amerikaner Dave Graham im Jahr 2005 erstbegangen und auch die Liste der Wiederholer dieser Linie liest sich wie das Who-is-Who der Kletterszene: Dai Koyamada, Paul Robinson, Jernej Kruder, Giuliano Cameroni, Jimmy Webb, Jan Hojer, um nur einige zu nennen.

Auch die Linie The Story of two Worlds kann sich Alexander Megos nicht lange widersetzen. Insgesamt vier Tage investierte der Deutsche in die Wiederholung des Boulders.

Alex Megos wirft Fragen zur Ethik auf

Mit der Wiederholung von The Story kritisiert Alexander Megos Kritik an der Begehungs- und Bewertungethik in der Boulderszene. Konkret geht es darum, ob jede Wiederholung von The Story mit 8c bewertet werden kann oder nicht. Denn die Boulderlinie wird nicht nur auf sehr unterschiedliche Art und Weise geklettert, sondern auch mal mit Kneepad und mal ohne Kneepad.

Ich wünsche mir mehr Bewusstsein innerhalb der Kletterszene, was Ethik, Stil und Bewertung anbelangt.

Alexander Megos

Alex Megos ruft dazu auf, das „Wie“ ins Zentrum zu rücken und nicht die reine Tatsache, einen Boulder oder eine Route geklettert zu haben. Seiner Meinung nach müssen Kletterinnen und Kletterer transparenter sein, wenn es darum geht, wie eine Linie geklettert wurde und ob für die Begehung ein Kneepad verwendet wurde oder nicht.

So unterschiedlich kann der Boulder geklettert werden: Dai Koyamada vs. Sebastian Cotting

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Credits: Titelbild Alise

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