Vor wenigen Wochen verkündete der Internationale Kletterverband IFSC, dass er an der Durchführung der Europameisterschaft 2020 in Moskau festhalten will. Nun sagen aber immer mehr Nationalverbände ihre Teilnahme am Wettkampf ab. Dies, obwohl die Europameisterschaft für die Athletinnen und Athleten die letzte Möglichkeit ist, sich ein begehrtes Olympia-Ticket zu sichern.

Am 11. Oktober verkündete der österreichische Verband Austria Climbing, dass er kein Team zur Kletter-Europameisterschaft in Moskau entsenden wird. Diese Entscheidung wurde in einer Vorstandssitzung beschlossen. 

Auf Österreichs Absage folgt Frankreich

Ende Oktober folgte mit Frankreich eine weitere bedeutsame Kletternation, die ihre Teilnahme an der Europameisterschaft absagt. Als Begründung führt der Kletterverband Österreichs folgende Argumente auf:

  1. Die aktuellen Infektionszahlen des Corona-Virus, insbesondere am Durchführungsort Moskau, erlauben es nicht, für genügend Sicherheit der Athletinnen und Athleten zu sorgen.
  2. Die Bewerbung für die Einreise-Visa ist sehr kompliziert und es ist ungewiss, ob die Flüge überhaupt durchgeführt werden.
  3. Sehr wenige Länder haben sich überhaupt für die Teilnahme am Wettkampf eingeschrieben und einige haben – wie wir – ihre Teilnahme abgesagt.

Grosse Enttäuschung bei der französischen Athletin Fanny Gibert

Das sagt die IFSC zur Europameisterschaft

Anfang Oktober, als die IFSC kommunizierte, dass sie am Wettkampfkalender 2020 festhalten möchte, hat LACRUX mit dem IFSC-Presseverantwortlichen Marco Vettoretti gesprochen. Im Interview meinte Vettoretti, die IFSC sei sich bewusst, dass es zur Absage von Nationalverbänden kommen könne.

Wenn ein Nationalverband die Teilnahme “freiwillig” absage, so sei dies für jedoch dies kein Grund, den Wettkampf abzusagen. Erst wenn die Athletinnen und Athleten einer Nation aufgrund nationaler Ausreisebestimmungen nicht nach Moskau reisen können, sage die IFSC den Wettkampf ab.

Gleichzeitig sagt Vettoretti, Russland habe zugesichert, die teilnehmenden Nationalmannschaften für den Wettkampf einreisen zu lassen. Erst ein Ausreiseverbot in einem der Teilnahmeländer kann also den Wettkampf noch verhindern.

Diese Athletinnen und Athleten haben sich eine Olympia-Teilnahme gesichert

Stand 03.11.2020

1Akiyo Noguchi (Japan)Adam Ondra (Tschechien)
2Aleksandra Miroslaw (Polen)Alberto Ginés Lopez (Spanien)
3Brooke Raboutou (USA)Alexander Megos (Deutschland)
4Iuliia Kaplina (Russland)Bassa Mawem (Frankreich)
5Janja Garnbret (Slowenien)Jan Hojer (Deutschland)
6Jessica Pilz (Österreich)Kai Harada (Japan)
7Julia Chanourdie (Frankreich)Ludovico Fossali (Italien)
8Kyra Condie (USA)Mickael Mawem (Frankreich)
9Laura Rogora (Italien)Nathaniel Coleman (USA)
10Mia Krampl (Slowenien)Rishat Khaibullin (Kasachstan)
11Miho Nonaka (Japan)Sean McColl (Kanada)
12Petra Klingler (Schweiz)Tomoa Narasaki (Japan)
13Shauna Coxsey (Grossbritannien)YuFei Pan (China)
14Anouck Jaubert (Frankreich)Michael Piccolruaz (Italien)
15YiLing Song (CHN)Jakob Schubert (Österreich)
16Alannah YipColin Duffy (USA)

Das detaillierte Regelwerk für die Olympia-Qualifikation ist auf der Website des Internationalen Kletterverbandes IFSC zu finden.

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Credits: Titelbild Jan Virt/IFSC