Edelrid Pinch: Neues Sicherungsgerät mit Blockierfunktion und direkter Gurteinbindung

Edelrid lanciert mit dem Pinch ein neues Sicherungsgerät mit Blockierungsunterstützung, welches ohne Karabiner direkt in den Anseilring des Klettergurts eingehängt werden kann. Heute werfen wir einen genaueren Blick auf die Allgäuer Wunderwaffe.

Mit dem Pinch erweitert Edelrid ihre Produktpalette um ein neues mechanisches Sicherungsgerät, welches unabhängig vom Bremshandwinkel funktioniert. Darüber hinaus kann das Pinch ohne Karabiner direkt in die Anseilschlaufe des Klettergurts eingehängt werden. Ein Novum, das enorme Vorteile Punkto Handling und Bremsseilkontrolle bringt. Zusätzliche Bremsrillen aus Stahl verbessern gerade bei dünnen und weichen Seilen die Kontrolle beim Ablassen und Abseilen.

Als erstes Gerät am Markt kann das Pinch direkt in die Anseilschlaufe des Klettergurts eingehängt werden, wodurch es näher und tiefer am Anseilpunkt und somit das ganze Sicherungssystem kompakter ist.

Philippe Westenberger, Head of Product
Nah am Körper, optimales Handling: Das Edelrid Pinch kann ohne Karabiner direkt in die Anseilschlaufe eingehängt werden.
Nah am Körper, optimales Handling: Das Edelrid Pinch kann ohne Karabiner direkt in die Anseilschlaufe eingehängt werden.

Direkt am Gurt, besseres Seilhandling

Bei der Entwicklung des Pinch war es Edelrid wichtig, das Sicherungsgerät so nahe wie möglich am Körper positionieren zu können. «Das ist uns durch die direkte Gurteinbindung gelungen», schwärmt Philippe Westenberger, Head of Product.

Die körpernahe Position des Pinchs sorge dafür, dass die sichernde Person ein direkteres Feedback erhält und locker 20 bis 30 Zentimeter mehr Seil auf einmal ausgeben kann. Ein weiterer Pluspunkt: Das Gerät schlackert nicht herum und muss entsprechend beim Seilausgeben auch nicht mit einer Hand fixiert werden.

Als erstes Gerät am Markt kann das PINCH direkt in den Zentralring des Klettergurts eingehängt werden.
Als erstes Gerät am Markt kann das PINCH direkt in die Anseilschlaufe des Klettergurts eingehängt werden.

Dadurch kann das Bremsseil mit allen vier Fingern gehalten werden, während der Daumen auf die Bremsmechanik aufgelegt ist. «Bei einem unvorhergesehen Sturz greifen die Finger durch den Kontraktionsreflex zu und der Daumen löst sich automatisch vom Gerät», erklärt Philippe Westenberger.

Video: Das kann das Edelrid Pinch

Keine Kringel beim Ablassen

Das Ablassen funktioniert beim Pinch über einen Hebel, welchen man zum Körper hinzieht. Dabei lässt die sichernde Person das Seil über die vorderen Bremsrillen aus Stahl laufen und steuert so zusätzlich zum Hebel die Geschwindigkeit über den Druck mit der Bremshand.

Das Seil krangelt nicht, da es gerade ins Gerät läuft. Dadurch hat man beim Abseilen und Ablassen immer die volle Kontrolle über das Bremsseil.

Bremsrillen am Pinch

Die Bremsrillen aus Stahl erhöhen nicht nur die Langlebigkeit des Pinch, sondern Verhindern auch Verfärbungen, wie sie typischerweise auftreten, wenn Seil auf Aluminium reibt.

Zudem sorgt die Konstruktion mit den Stahl-Bremsrillen gerade bei dünnen und weichen Seilen für eine bessere Kontrolle beim Ablassen und Abseilen.

Mit oder ohne Anti-Panik Funktion

Das Edelrid Pinch ist mit einer Anti-Panik Funktion ausgestattet. Zieht man den Bremshebel aus Schreck zu weit zu sich hin, blockiert das System automatisch und der Kletternde wird nicht weiter abgelassen.

Die Anti-Panik Funktion macht das Pinch zum idealen Sicherungsgerät für Einsteigerinnen und Einsteiger.

Es gibt aber auch Situationen, in denen dieser Sicherungs-Mechanismus unangenehm sein kann. Dies ist beispielsweise bei sehr leichten Personen, dicken Seilen oder viel Reibung im System der Fall, weil die Anti-Panik Funktion dann häufiger aktiviert und wieder deaktiviert werden muss. Doch auch dafür haben die Tüftler aus Isny eine Lösung parat:

In aktivierter Anti-Panik Funktion bietet das Pinch über eine zweite Bremsstufe die Möglichkeit, durch abermalig weiteres Ziehen den Ablassvorgang fortzusetzen.

Professionelle Anwender im Routenbau oder in anderen Einsatzgebieten, bei denen die Anti-Panik Funktion den Arbeitsfluss stören könnte, können diese mittels einer mitgelieferten Schraube dauerhaft ausschalten. 

Edelrid Pinch Hebel
Keine Panik auf der Titanik: Sollte der Hebel beim Ablassen aus Versehen zu fest gezogen werden, greift die Anti-Panik Funktion ein und blockiert das System automatisch.

Edelrid Pinch: Breites Einsatzgebiet

Spannend ist im Zusammenhang mit dem Pinch natürlich auch die Frage nach dessen Einsatzbereich. Einfach gesagt fast überall: Das Pinch ist für den Einsatz beim Sportklettern, in Mehrseillängen und in der Seilzugangstechnik konzipiert.

Beim Mehrseillängenklettern profitieren Anwenderinnen und Anwender davon, dass sie das Pinch auch mit einem Karabiner verwenden können, beispielsweise wenn sie bei der Körpersicherung mehr Freiraum zwischen der Standplatzschlinge und dem Sicherungsgerät benötigen sollten.

Das Pinch ist das einzige Gerät, das eine 90-Grad-Drehung am Standplatz erlaubt.   

Zum anderen lässt sich das Pinch in vier verschiedenen Richtungen am Standplatz einhängen. Dadurch kann man den Ablasshebel immer in eine Position bringen, in der er sich sauber bedienen lässt.

Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Seilzugangstechnik, beispielsweise beim Routenbau. Dort bietet das Pinch laut Philippe Westenberger als kompaktes Abseil- und Seilpositionierungsgerät ein optimales Handling. Ein Vorteil insbesondere bei der Arbeit mit dünnen Seilen.

Edelrid Pinch – technische Details

  • Sicherungsgerät mit Blockierunterstützung
  • Geeignet für Dynamikseile von 8,5 bis 10,5 mm Durchmesser
  • Geeignet für Statikseile von 10,0 bis 10,5 mm Durchmesser (120 kg)
  • Gewicht: 234 g
  • Zertifizierungen: EN 15151-1, EN 12841-C       
Edelrid Pinch Sicherungsgerät

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Credits: Titelbild und Artikelbilder Edelrid

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